Vom 22. bis 25. März 2007 fand auf dem Messegelände Dresdens die nunmehr 14. „Dresdner Ostern“ statt. Da als großer Höhepunkt des Jahres gleichzeitig die „10. Internationale Orchideenwelt“, von der Deutschen Orchideengesellschaft (DOG) organisiert, in der erweiterten Halle 1 auf 4500 m2 gezeigt werden sollte, war offensichtlich, dass dies ein Ausstellungs-Muss für viele Orchideenfreunde Deutschlands und angrenzender Länder sein wird.
Demzufolge beschlossen die Mitglieder des Jenaer Orchideenstammtisches am Eröffnungstage einen Bus zu mieten und in das hoffentlich frühlingshafte Dresden zu reisen. In bewährter und dankenswerter Weise nahm Dr. Horst Lang (Ziegenrück) die Verbindungen zum Thüringer Reisebüro Schumann auf und organisierte diese Reise. Um kostengünstig zu planen, wurden nicht nur Ehe- und Lebenspartner animiert mitzufahren, sondern auch unter befreundeten Orchideenliebhabern benachbarter Städte und unter meinen Studenten geworben, so dass wir am 22. März mit einem vollen Bus starten konnten.
Alle waren bester Laune und freuten sich auf die Orchideenexposition, aber durchaus auch auf die spezifisch österlichen Exponate des Kunsthandwerks und der weiteren attraktiven Ausstellungsstände zu Hobby und Freizeit oder zu Garten und Heimtier. Denn Mancher benötigte und suchte demzufolge noch ein kleines Ostergeschenk. Getrübt wurde unsere Stimmung nur durch das absolut nicht frühlingshafte Wetter. Aber es sollte später noch schlimmer kommen!
Für die Orchideenwelt der „Ostern 2007“ hatten sich 70 Aussteller aus 18 Ländern von 3 Kontinenten angesagt: Belgien, Brasilien, Costa Rica, Deutschland, England, Frankreich, Guatemala, Holland, Israel, Luxemburg, Österreich, Polen, Schweden, Schweiz, Taiwan, Tschechien, Ukraine und Ungarn. Dabei wurden ca. 30 000 Orchideen als Ausstellungsstücke präsentiert.
Schon aufgrund einer solchen Aussteller-Breite hat sich die, aller zwei Jahre stattfindende Internationale Orchideenwelt in Dresden zu einer nicht nur national, sondern auch international bewährten und anerkannten Schau entwickelt.
Offiziell wurde die Exposition am 22. März kurz vor Mittag im Orchideenkaffee der Halle 1 durch Ansprachen des Präsidenten der DOG, Herr Gert RÖLLKE, des Direktors der Taipeh-Vertretung in Deutschland, Herr Yi-Che CHIU, sowie Veranstalter- und städtische Vertreter eröffnet. Die inzwischen traditionelle Taufe einer neuen Orchideen-Sorte im Anschluss vollzog unter großem Beifall eine sichtlich gerührte und natürlich bekannte, mehrfache Leichtathletik- Europa- und Weltmeisterin sowie Olympiasiegerin (und ehemalige Jenenserin) Heike DRECHSLER mit einer, allerdings nicht gerade schauwürdigen Phalaenopsis- Hybride.
Danach pilgerten alle wieder in Paaren, Grüppchen oder einzeln durch die drängenden Besuchermassen an die dicht umlagerten Stände. Bereits am Vormittag wurden an diesem Eröffnungstag über 10 000 Besucher registriert. Bekannte wurden aufgesucht; es wurde geplauscht, gefachsimpelt und natürlich auch gekauft. Später im Bus wird man stolz seine Neuerwerbungen den anderen Teilnehmern kundtun.
Verabredungen gab es am Gemeinschaftsstand der Dresdner/Großenhainer Orchideen-gruppen, wo ehemalige Mitglieder begrüßt werden konnten.

Die Angebotspalette an Orchideen und exotischen Beipflanzen war hoch. Neben den inzwischen allseits bekannten, bunten taiwanesischen Phalaenopsis-Hybriden, die viele Besucher noch zum Staunen bringen, konnte man bei den „botanischen“ Arten manche Rarität blühend bewundern: beeindruckend z.B. einige stattliche Angraecum sesquipedale in Vollblüte. Anziehungspunkte waren hier - wie auf vielen anderen Schauen auch - die neuen Paphiopedilum- Arten und Hybriden (z.B. P. hangianum, P. emersonii und deren neue Hybriden wie P. hangianum x P. armeniacum und P. hangianum x P. bellatulum). Epiphytenstämme, flache Ausstellungsflächen oder Tische waren einfallsreich mit Keramiken, Steinen, phantasievollen Baumstämmen oder -wurzeln bzw. Holzplastiken dekoriert. Manche Stände boten ausschließlich Verkaufsware an; aber auch diese war meistens attraktiv arrangiert.
Zwischendurch labte man sich an den unterschiedlichen kulinarischen Genüssen, die sowohl in den Messehallen als auch im sogenannten „Schlemmerhof“ zum Genießen reizten. Zahlreiche sächsische, entweder herzhafte oder süße, Spezialitäten und berühmte Biere bzw. andere Getränke wollten gekostet werden. Nur der Dauerregen im Innenhof ließ manchen Besucher schnell wieder ins Innere flüchten!
Nicht nur die Orchideen, sondern auch die Demonstration österlichen Brauchtums, im Bundesland Sachsen noch sehr lebendig, wurden dargestellt. Meisterlich dekorierte, mit unterschiedlichen Techniken gestaltete Ostereier, konnten erworben oder einfach nur bewundert werden. Welche ruhige Hand, welche Geduld und Akribie war nötig, um beispielsweise solche Kleinkunstwerke wie sorbische Ostereier zu vollenden! Die Palette reichte vom kleinen Wachtel- bis zum großen Straußen-Ei. Hier wurde Manchem erst bewusst, warum die Preise sich doch sehr von denen der billigen, dafür einfallslosen Plaste-Eier unterscheiden!
In Halle 3 lockten Tiervereine und Kleinviehzüchter mit lebenden Exponaten sowie Aussteller ländlicher Agrarprodukte für die Heimtierernährung. Ein Bauernhof mit Schafen, Osterlämmern, auch Alpakas und Lamas zog vor allem die anwesenden Kinder an. Für Katzenfreunde war bei der begleitenden Internationalen Katzenausstellung mancher Champion zu bewundern.
Doch immer wieder ging es nach solchem „Fremdgehen“ zurück in Halle 1 zu den Orchideen. Sowohl Aussteller als auch Besucher dieses ersten Tages wirkten vollauf zufrieden, geradezu enthusiastisch. Zum Abschluss der „Dresdner Ostern 2007“ konnten die Veranstalter rund
55 000 Besucher angeben, ein Plus von etwa 20% gegenüber den Vorjahren.
Fuß- und kreuzlahm, aber glücklich über den erlebten Orchideen-Genuss, mancher schwer bepackt mit seinen erworbenen Orchideen-Schätzen, fanden sich alle wieder pünktlich zum vereinbarten Zeitpunkt am Bus ein.
Aber nun begann eine wetter- und straßenmäßig katastrophale Heimfahrt über die A4, die einen, von vielen Autofahrern nicht mehr erwarteten, Wintereinbruch mit Schnee und vereisten Partien offerierte. Da viele PKWs, LKWs und Busse schon Sommerreifen aufgezogen hatten, war das Chaos perfekt. Trotz vieler liegengebliebener Kraftfahrzeuge, sogar manchen Unfalls brachte uns der umsichtige Fahrer zwar mühsam, aber ohne Zwischenfälle nach Hause. Selbst das konnte uns die Erinnerung an einen erlebnisreichen und rundum harmonischen Tag nicht schmälern!
Eine Busfahrt zum 15. Europäischen Orchideenkongress vom 24. bis 27. September 2009 mit einer vermutlich noch größeren Orchideen-Schau an gleicher Stelle ist jedenfalls im Jahresprogramm des kommenden Jahres fest eingeplant!
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